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Wieder im Trend - Wildcampen: Trekkingplätze in der Pfalz

Wieder im Trend - Wildcampen: Trekkingplätze in der Pfalz

Die Trekkingplätze in Rheinland-Pfalz werden jedes Jahr beliebter. Die innere Ruhe finden und der Natur wieder näher kommen, das ist vor allem jungen Menschen wichtiger geworden. Auffällig häufig sind Väter mit ihren Kindern unterwegs. Auf den Trekkingplätzen ist das Übernachten im Biosphärenreservat Pfälzer Wald im eigenen Zelt ganz offiziell erlaubt. Und man muss sich gar nicht weit von den bekannten Wegen entfernen, um das Gefühl zu haben, allein im Wald zu sein. Auch Reisende und erfahrene Globetrotter die schon auf der ganzen Welt unterwegs waren können sich bei einem Micro-Adventure im Pfälzer Waldes erfreuen. Denn um Abenteuer in der freien Natur zu erleben, muss man nicht in ferne Länder reisen, Wildnis und Abgeschiedenheit finden Sie auch im Pfälzerwald - Klar, wir reden hier nicht von Wildnis und Abgeschiedenheit wie in Norwegen, Island oder Kanada - Aber für ein Micro-Adventure sind die Trekkingcamps mehr als ausreichend. Zivilisationsgeräusche wie Flieger oder auch mal Krankenwagen kann man schonmal im Pfälzerwald hören. Ein großer Vorteil von erschlossenen Gebieten: In den Orten gibt es viele verschiedene Einkehrmöglichkeiten, Hütten des Pfälzer Waldvereins und der Naturfreunde sind in der Regel an Wochenenden und Feiertagen (teilweise auch mittwochs) geöffnet und sehr günstig. Ihr braucht also nicht Zwangsläufig Essen für den ganzen Tag mitzubringen, sondern lediglich für das Essen am offenen Feuer (das übrigens bei Waldbrandgefahr verboten ist). Ebenso gilt: Kein Essen herumliegen lassen.

Die Geschichte der Trekkingplätze Rheinland-Pfalz

Seit 2009 gibt es sieben Trekkingplätze zwischen Burgruine Guttenberg im Süden und Kalmit im Norden - wegen der starken Auslastung hat sich der Anbieter Südliche Weinstrasse e.V aber 2019 entschieden, dort nur jeweils 4 Zelte zuzulassen. Seit April 2013 gibt es weitere sechs Plätze im Donnersberger und Lauterer Land und seit der Saison 2018 gibt es den 14. Zeltplatz in der Gemeinde Lambrecht. Seit Ende März 2019 rundet nun Platz Nummer 15 bei Hauenstein im Landkreis Südwestpfalz das Angebot ab. Mittlerweile insgesamt 15 Naturcamps locken immer mehr Trekkingfans in den Pfälzerwald und in die Südwestpfalz. Die Plätze können immer von 31. März bis 01. November genutzt werden. In Zeiten von Corona müssen leider auch die Camps schließen da Sie als Campingplätze gelten.

Regeln auf den Trekkingplätzen

Das wichtigste Vorweg: Die Trekkingplätze sind keine Campingplätze. Wer sanitäre Anlagen und Strom möchte, sollte sich lieber einen offiziellen Campingplatz suchen. Die Camps sind lediglich erlaubte Übernachtungsmöglichkeiten im Wald - nicht mehr, nicht weniger. Alles, was im Camp vorhanden ist, dient zum Erhalt der Natur. So gibt es neben einer offiziellen Feuerstelle (Es darf auch ausschließlich an dieser Feuerstelle Feuer gemacht werden), eine Komposttoilette. Auf jedem Platz sind insgesamt 4 Plätze zum übernachten vorhanden. Wichtig dabei ist, das man maximal eine Nacht übernachten darf und das auch nur auf dem Trekkingplatz Gelände. Der Müll muss wieder mitgenommen werden (es gibt keine Mülleimer) und Feuer darf nur gemacht werden, wenn keine Waldbrandgefahr besteht.

Meine Erfahrungen

Seit der Eröffnung war ich unzählige Male in den Trekking-Camps. Damals konnte ich die Camps noch spontan buchen und besuchen. Mittlerweile muss man schon sehr früh die Plätze reservieren, selbst unter der Woche sind oft die Plätze ausgebucht. Wenn Ihr also vorhabt eine Tour zu machen, plant diese frühzeitig, besonders wenn Ihr mehrere Plätze nacheinander anlaufen möchtet. Wer eine Alternative zu den Trekkingcamps Pfalz Sucht kann sich auch mal die Trekking-Camps im Schwarzwald ansehen.

Tipps für Fotografen

Viele der Trekking-Camps sind in der Regel etwas höher gelegen. Besonders im Camp Eußertal lohnt es sich im Camp zu übernachten und noch vor dem Sonnenaufgang zum Beutelsberg zu laufen (ca. 15 Gehminuten). Zur richtigen Jahreszeit und zum richtigen Wetter werdet Ihr mit einer tollen Aussicht belohnt:

Beutelsberg Eußertal Marco Griep (CC BY-NC-ND)

Beutelsberg Eußertal Marco Griep (CC BY-NC-ND)

Meine Lieblingsplätze

Zu meinen Lieblingsplätzen bei den Trekking-Camps gehören

Kalmit: Von Heidelbeersträuchern umgeben liegt man ruhig gelegen an seinem Lagerplatz. Die Liegeplätze liegen etwas weiter voneinander weg, sodass man seine Privatsphäre hat. Es gibt genügend Bäume um auch eine Hängematte aufzuspannen. Auch Tarp Liebhaber kommen auf Ihre Kosten. So liegen hier viele große Steine, mit denen man sich einen Windschutz aufstellen kann, um sich noch besser vor der Witterung zu schützen. Wenn man den Abhang hinter schaut, man wie die Sonne langsam untergeht und die letzten Sonnenstrahlen über die Heidelbeersträucher zaubert. Einfach herrlich gelegen dieser Platz. Wer nicht weit laufen möchte oder kann, kann vom Kalmit Parkplatz aus das Camp in 5 - 10 Gehminuten aus erreichen. Trinkwasser-Quellen sind hier keine in unmittelbarer Umgebung.

Sonnenuntergang Kalmit

Eußertal: Eußertal zählt definitiv zu den von mir am meisten besuchten Camps. Der Aufstieg ist knackig, jedoch ist man in 30 - 40 Minuten am Camp, so kann man auch noch Feierabend direkt zum Trekking-Camp fahren und dort noch alles in Ruhe aufbauen bevor die Sonne untergeht. Alternativ läuft man vom Trekking-Camp Annweiler hier her. Das Tolle an diesem Camp ist natürlich die Lage. Sehr ruhig und mit extrem wenig Waldbesuchern hat man hier seine Ruhe. Wer früh aufsteht, kann den Sonnenaufgang am Beutelsberg bewundern. (Siehe Tipps für Fotografen). Trinkwasser gibt es in 15 - 20 Minuten einfacher Gehweg Entfernung.

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Reservieren der Plätze

Auf der offiziellen Website von trekkingpfalz.de kann man die Plätze auf Verfügbarkeit am gewählten Datum prüfen und auch rasch buchen. Eine detaillierte Wegbeschreibung nebst Karte und GPS-Koordinaten erhält man nach der Bezahlung.

Die Übernachtung auf den Naturzeltplätzen kostet unterdessen 15 € für ein Zelt (ein bis drei Personen). Beim Wunsch der alleinigen Verwendung muss der vollständige Platz gebucht werden. Große Klassen haben die Gelegenheit, auf dem Biosphärenerlebniscamp Geiswiese zu übernachten. Eine Voranmeldung ist hierzu natürlich notwendig.

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Marco Griep

Marco Griep

Seit 2012 beschäftige ich mich leidenschaftlich mit den Themen Bushcraft, Wandern und seit neustem auch mit Bikepacking. Am liebsten verbringe ich mehrere Tage am Stück im Freien und nutze dabei Techniken die ich beim Bushcraften gelernt habe.

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